Die Hängenden Gärten der Semiramis

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Sie richtet auch auff in diser Statt ein Schloß, das begriff in seinem circk 20 stadien, vnd darinn ein wunderbarlicher grosser Garten, der stunde auff Steinen Seulen oder Mawren... Diß Werck ist gezehlt worden vnder die sieben Wunderwerk der Welt.
Sebastian Münster

Am Ostufer des Euphrat, 90 km südlich von Bagdad, erhob sich einstmals die Stadt Babylon. Hier befanden sich die Hängenden Gärten, das zweite der Sieben Weltwunder, errichtet von König Nebukadnezar II., als Geschenk an seine Frau, eine persische Prinzessin. Ob ihr Name wirklich Semiramis war ist nicht bekannt, den Historikern ist nur eine weitaus ältere assyrische Königin mit Namen Semiramis bekannt.
Beschreibungen der hängenden Gärten liegen leider nur aus antiken griechischen Quellen vor (Strabo, Philon von Byzanz), diese Geschichtsschreiber haben die Gärten aber nie mit eigenen Augen gesehen. 
Aufbau:

  • auf einem Kellergewölbe (entdeckt von Robert Koldewey, 1898) befand sich ein terrassenförmiger Zentralbau, jede Terrasse 5 m über der darunter liegenden Terrasse

  • das Gewölbe war mit 5,45 m langen und 1,35 m breiten Steinbalken bedeckt, darauf folgte eine Lage Schilf mit Asphalt vermischt, dann eine doppelte Schicht gebrannter Ziegel, die Fugen wurden mit Gips vergossen

  • dann folgte eine Bleischicht zur Feuchtigkeitsisolierung des Unterbaus

  • auf die Bleilage wurde eine 3 m hohe Erdschicht aufgebracht, der eigentliche Garten, worin aufgrund der enormen Höhe auch Bäume wachsen konnten

Bei den Hängenden Gärten handelte es sich für die damalige Zeit, um die umfangreichste Pflanzensammlung der Welt, der erste botanische Garten. König Nebukadnezar hatte seine Soldaten beauftragt, von ihren Feldzügen alle unbekannten Pflanzen mit in den Palast zu bringen, Handelskarawanen und Seeschiffe trugen ihren Teil dazu bei.
Palastgärten waren für die damalige Zeit zwar nichts außergewöhnliches, dennoch strahlten die Hängenden Gärten etwas besonderes aus, was auch ihrer architektonischen  Einzigartigkeit zu verdanken war. Jede Terrasse bildete einen Garten für sich, daher auch die Bezeichnung im Plural " Hängende Gärten". Das Bild eines einzigen Gartens wurde durch die Vielzahl an Kletterpflanzen erreicht, die sich von einer Ebene zur nächsten rankten, ein einziger grüner Berg mit einer reichhaltigen Flora, die zu schweben und zu hängen schien.
Vor allem im Sommer, wenn die Temperaturen auf 50°C stiegen, waren unablässig Sklaven damit beschäftigt, Wasser aus Brunnen zu fördern und in die vielen kleinen Kanäle zu pumpen, die von der obersten Terrasse über die gesamte Anlage herunterflossen.

Der Kontrast der sich bot zwischen der in der sommerlichen Hitze glühenden Stadt Babylon und den blühenden Gärten der Semiramis war es wohl, der den Hängenden Gärten der Semiramis den zweiten Platz unter den Sieben Weltwundern verschaffte. [sh]

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Lichtblicke

URL: http://www.raetsel-der-menschheit.de/wewu/semiramis.htm