Nazca, Peru

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Die in den roten Wüstenboden der Pampa Ingenio geritzten Geoglyphen zeigen Figuren und geometrische Formen, die sich am Boden wie ein unübersichtliches Gewirr gelber sich kreuzender Linien darstellen. Erst aus der Luft sieht man eine 50 m große Spinne, einen Kondor mit einer Flügelspannweite von 120 m, eine 180 m lange Eidechse oder einen 100 m großen Affen. Die Figuren liegen verstreut auf einem Gebiet von 500 km² Größe. Sie wurden geschaffen, indem man den dunklen Gesteinsschutt wegräumte und so die hellere Sandfläche zum Vorschein kam.
Der Zweck der Linien ist bis heute unbekannt, nichts desto trotz existieren eine Vielzahl verschiedenster Theorien über ihre Bedeutung. Alfred Kroeber und Toribio Mejía entdeckten sie 1926 und nahmen damals an, daß es sich um ein Bewässerungssystem handelt. Mejía hat diese Theorie später geändert und vermutet, daß sie in Zusammenhang mit den Ceques (heiligen Pfaden) der Inka stehen könnten. Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß die Bilder eine kultische Funktion hatten, da sind vor allem die Steinhügel an den Kreuzungs- punkten der Linien. Paul Kosok, der 1941 das Gebiet besuchte fand heraus, daß einige Linien mit dem Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende in Beziehung stehen, weshalb er sie auch als "größtes Astronomiebuch der Welt" bezeichnete. Das ist auch die Theorie, die von der deutschen Wissenschaftlerin Dr. Maria Reiche vertreten wurde. Nach ihren Forschungen repräsentieren die Geraden und Spiralen die Bewegung der Gestirne, die Tiere stellen Planetenkonstellationen dar.
Die wahrscheinlich bekannteste, wenn auch am weitesten hergeholte Theorie stammt von Erich von Däniken. Er nimmt an, daß die Linien Markierungen für Besucher aus dem Weltall waren. Ähnlich unwahrscheinlich ist aber auch die Annahme, das die Nazca-Kultur bereits Heißluftballone kannte. Diese Idee stützt sich auf die Tatsache, daß die Bilder nur aus der Luft erkennbar sind und auf andere Hinweise, die als Brandstellen eines startenden Heißluftballons gedeutet werden können. Georg A. von Breunig vertrat die Ansicht, es handele sich bei den Scharrbildern um kultische Rennbahnen, der Archäologe Josué Lancho hat behauptet, das es Landkarten sind, die den Weg zu unterirdischen Wasserstellen weisen.
Das Alter der Linien und Figuren läßt sich nicht exakt be- stimmen. Nach archäologischen Forschungen entstanden sie zu verschiedene Zeiten, die geraden Linien stammen wahr- scheinlich aus der Zeit um 600 n.Chr., die Bilder aus der Zeit zwischen 200 - 600 n.Chr. So verschieden die Theorien auch sein mögen, unbestritten ist die Faszination die von diesen Scharrbildern ausgeht. [sh]

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