Nan Madol

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Ponape ist eine wunderschöne vulkanische Insel im östlichen Karolinenbecken. Sie gehört zu den mikronesischen Inseln, die hier verstreut zwischen dem Äquator und dem Wendekreis des Krebses liegen.
Die 303 km² große Insel ist bekannt für ihre Vulkanlandschaft und eine außergewöhnliche Ansiedlung: Nan Madol. Nan Madol ist ein Komplex von 92 kleinen künstlich angelegten Inseln, die durch ein Kanalsystem verbunden sind, daher auch der Name "Venedig des Pazifik".
Die Anlage entstand wahrscheinlich zwischen 1285 und 1485 und wurde während der Herrscher-Dynastie der "Sau Deleurs" erbaut. Sie begannen die Inseln anzulegen und Gebäude darauf zu errichten. Als Baumaterial verwendeten sie schwarzen Basalt, ein auf der Insel vorkommendes Gestein mit hexagonaler Säulenstruktur. Die Erbauer waren in der Lage die großen Steine unzerteilt zu transportieren und in geschickter Weise zu verarbeiten. Um die künstlichen Inseln wurden übereinandergestapelte Basaltsäulen gelegt, die bis zu 9m hoch wurden. Innerhalb dieser Mauern wurden, ebenfalls aus Basalt, die Gebäude errichtet. Es gibt Hinweise das die gesamte Anlage eine religiöse Kultstätte war. Nan Madol bedeckt, einschließlich der Kanäle und Steinmauern, eine Fläche von 70 ha. Bis zum heutigen Zeitpunkt konnten Tempel, Gräber und öffentliche Gebäude identifiziert werden. Allerdings gibt es wenig Anzeichen das die Anlage bewohnt war, wenn dann mit höchstens 200 - 1000 Menschen. Man verehrte hier einen Donnergott und verschiedene Meerestiere in heiligen Teichen. In einer Zeremonie wurde einem heiligen Aal gehuldigt und man erzählt, daß er mit gekochtem Schildkrötenfleisch gefüttert wurde.
Es existieren 4 große Mausoleen in der Anlage, deren Fertigstellung vermutlich 200 Jahre gedauert hat. Die Basaltsäulen mußten wahrscheinlich auf dem Wasser- weg aus einem Steinbruch in den südöstlichen Teil der Insel transportiert werden. Die Bearbeitung des Basalts erfolgte ohne Metallwerkzeuge, da es keine Erzvorkommen auf der Insel gibt. Die "Sau Deleurs" wurden irgendwann vertrieben, unbekannt ist aber das warum. Die Sage berichtet, daß der Donnergott hierbei seine Hand mit im Spiel hatte. Eine andere Vermutung besagt, daß Nan Madol von den Bewohnern der nahen Insel Kosrae erobert wurde. Als die Europäer im 19. Jhd. die Insel erforschten, fanden sie Nan Madol bereits verlassen vor.
Heute kann man problemlos mit Booten die Kanäle befahren, doch manche Einheimischen glauben noch immer, daß Geister diesen Ort bevölkern. Noch immer hat Nan Madol seine Geheimnisse nicht preisgegeben, vielleicht können sie bei künftigen Grabungen gelüftet werden. [sh]

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Lichtblicke

URL: http://www.raetsel-der-menschheit.de /myst/nan_madol.htm