Kappadokien, Türkei

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Kappadokien ist der antike Name für eine Landschaft in Mittelanatolien, die noch immer einen antiken Charakter hat. Vor Jahrtausenden schufen vulkanische Aktivitäten Ablagerungen aus Asche, Schlamm und Lava. Die Witterung trug das Erdreich ab und ließ das widerstands- fähigere Gestein zurück das nun die Landschaft prägt.
Diese öde Mondlandschaft war erstaunlich dicht bevölkert. Kappadokien wurde zuerst von den Hethitern, dann von den Persern und ab 17 n.Chr. von den Römern regiert. Die Neigung der frühen Christen sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, um durch ihre Askese näher bei Gott zu sein, ist bekannt (z.B. die Meteora-Klöster). Das Tal von Göreme wurde für diese Menschen zu einem besonderen Anziehungspunkt, denn man hatte herausgefunden, daß sich das weiche Gestein leicht zu Unterkünften aushöhlen ließ. Die Eremiten schufen sich Zellen und bildeten Gemeinschaften, doch vor allem die christlichen Kirchen machten diese Gegend berühmt. Einige sind in bescheidenen Räumen untergebracht, andere sind komplexe Bauwerke mit Gewölben und Kuppeln. Um Göreme sollen es 365 Kirchen sein. Man vermutet, das sich in dieser Gegend einst ganze Städte befanden, mit Tausenden Menschen, die Schutz vor der Verfolgung durch die Araber im 7. Jahrhundert suchten.
Als auch diese Gefahr vorüber war, baute man aufwen- digere Kirchen im byzantinischen Stil. In einigen von ihnen befinden sich nur nichtgegenständliche Dekorationen. Sie stammen aus der Zeit des Bilder- streits (726-843), als in der Ostkirche diskutiert wurde, ob es erlaubt sei Gott und Christus in Gestalt sterblicher Wesen darzustellen. Erst 843, auf der Synode zu Konstantinopel, kam es zu einer Ent- scheidung für die Bilder.
Die Karanlik-Kirche ("Dunkle Kirche") in Göreme besitzt einige sehr wertvolle und gut erhaltene Fresken. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist an ein Refektorium angebaut, das offensichtlich zu einem unterirdischen Kloster gehörte.
Eine Sonderstellung behauptet die Sankt-Georgs-Kirche im Ilhara-Tal. Über dem Bildnis zweier Menschen sind die Namen des Sultans und des oströmischen Kaisers eng nebeneinander ein- graviert. Bis zu ihrer Ausweisung im Jahre 1923, lebten in diesem Teil des Landes Griechen und Türken relativ friedlich zusammen. [sh]

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Lichtblicke

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