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Ming-Dynastie
Epoche der Geschichte Chinas von 1368 bis 1644 n.Chr.
Gegründet wurde die Mingdynastie von Zhu Yuanzhang in Nanjing. Ihm war es gelungen, sich in den
fünfziger Jahren des 14. Jahrhhunderts zum alleinigen Anführer der Rebellenbewegung gegen die
Yuandynastie aufzuschwingen und bis 1387 die mongolischen Herrscher aus ganz China zu vertreiben. Er war
nach Liu Bang, dem Gründer der Handynastie, der zweite Mann "niederer Herkunft", der eine
chinesische Dynastie gründete, die von Dauer war.
Der Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg geschwächten Reichs wurde vom Kaiser durch eine Straffung
der Verwaltung beschleunigt. Dies zog rasch auch einen wirtschaftlichen Auf- schwung nach sich, der durch
staatliche Maßnahmen zur Neulanderschließung noch gefördert wurde. Gleichzeitig richtete
der Staat umfassende Kontrollmechanismen ein, die die Konzen- tration der Macht auf den Kaiser noch
verstärkten und dem Ming-Reich seinen autokratischen Charakter gaben.
Die Regierungszeit des Kaisers Yongle (1403-1424) sollte zur glanzvollsten der Mingdynastie werden.
Unter seiner Führung wurde die militärische Expansion Chinas nach Vietnam, in die Mandschurei
und in die Mongolei erfolgreich fortgesetzt. China erlangte wieder die Größe des Yuan-Reichs
und eroberte zusätzlich Vietnam. Außerdem wurden große Expeditionen zur See
durchgeführt, die chinesische Gesandtschaften im 15. Jahrhundert bis nach Java, Sumatra, Ceylon,
Persien, Arabien und Ostafrika führten. Diese Phase der Expansion endete etwa 1450; von da an
beschränkte man sich auf die Verteidigung der Grenzen, indem man z.B. die Große Mauer
verstärkte und erweiterte.
Trotz wirtschaftlichen Aufschwungs, einem Aufblühen der Städte, der Entwicklung des Handwerks
und technischen Fortschritts blieb auch das Ming-Reich nicht von Aufständen verschont. Kaiser
Longqing (1567-1573) hatte zwar durch seine Bemühungen um Reformen für soziale Gerechtigkeit
eine Besserung der Lage erreicht, doch ab etwa 1580 ergriffen die Eunuchen die Macht, was einen raschen
Verfall der staatlichen Finanzen und (besonders zwischen 1615 und 1627) schwere Auseinandersetzungen mit
staatstreuen Beamten und Intellektuellen nach sich zog. Hinzu kamen nach 1627 noch eine Reihe von
Volkserhebungen und die Angriffe der Dschurdschen, die sich ab 1635 "Mandschu" nannten. Diese
drangen unter ihrem Anführer Nurhaci von Nordosten her nach China vor, während sich
gleichzeitig unter der Führung von Li Zicheng und Zhang Xianzhong die Rebellion in Zentralchina
ausbreitete. 1643 eroberten die Aufständischen Peking und stürzten die Mingdynastie. Im
folgenden Jahr drangen die Mandschu in die Hauptstadt vor und gründeten dort die Qingdynastie.

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