Karyatide

Karyatide [griech. = "Tänzerin aus Karyai"], architektonisches Stützelement in Gestalt einer weiblichen Gewandfigur

Karyatiden

Die auch als "Kore" oder "Kanephore" bezeichnete Karyatide ist das weibliche Gegenstück des Atlanten. Anders als dieser stemmt sie sich jedoch nicht sichtbar der von ihr getragenen Last entgegen, sondern steht ohne erkennbare Anstrengung aufrecht. Das auf ihr lastende Gebälk wird nicht mit den Armen getragen, sondern ruht auf einem korbähnlichen Polster, das die Gewandfigur auf ihrem Kopf trägt.

Die Karyatide entwickelt sich in der griechischen Baukunst. So finden sich entsprechende Stützfiguren in der 2. Hälfte des 6. Jh. v.Chr. bereits an Schatzhäusern in Delphi. Das zweifellos berühmteste Beispiel sind die Koren des um 420 v.Chr. erbauten Erechtheions auf der Akropolis in Athen.

Rezeptionen dieses antiken Architekturgliedes finden sich seit der Renaissance, in deren Vorlagenbüchern entsprechende Figuren häufig dargestellt werden. Insbesondere in der Baukunst des Barock finden sich Karyatiden häufig als Rahmung von Portalen oder als Trägerinnen von Balkonen.

Fälschlicherweise wird häufig der seit Vitruv definierte Begriff auch auf andere Trägerfiguren wie Atlanten oder Hermen ausgeweitet.

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Lichtblicke

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