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Hethiter
Hettiter, Hittiter, Chetiter
Die Hethiter waren ein Volk mit indoeuropäischer Sprache in Kleinasien, das nach 2000 v.Chr. auf
noch nicht bekannten Wegen östlich oder westlich des Schwarzen Meers in Anatolien einwanderte. Sie
waren im 2. Jahrtausend v. Chr. die herrschende Macht in Kleinasien.
Nach der Einwanderung entstanden zunächst selbständige Stadtstaaten. Hattusilis I. machte dann
Hattusa (BoGazköy) zur Hauptstadt und dehnte seine Herrschaft über weite Teile Klein- asiens
und bis nach Nordsyrien hin aus. Sein Sohn, Mursilis I., eroberte Aleppo und drang um 1531 v.Chr. auf
einem Kriegszug bis nach Babylon vor. In der folgenden Zeit gingen diese Eroberungen infolge von
Thronwirren wieder verloren. Der Wiederaufstieg des hethitischen Reichs zur Weltmacht ist das Werk des
Suppiluliuma I. (um 1380-1345 v.Chr.), der die feind- lichen Nachbarn in Anatolien
zurückdrängte, den Mitannistaat unterwarf und Nordsyrien bis an den Euphrat eroberte; sein
jüngerer Sohn, Mursilis II., unternahm ausgedehnte Feldzüge, durch die weite Teile des
westlichen Kleinasien vom hethitischen Reich abhängig wurden. Unter Muwatallis begannen die
Auseinandersetzungen mit Ägypten, die wegen der beiderseitigen Interessen in Syrien unvermeidlich
waren. Um 1285 v.Chr. fand bei Kadesch in Syrien (am See von Homs) eine bedeutende Schlacht zwischen
Muwatallis und Ramses II. statt, die aber keine Entscheidung brachte. Hattusilis III. schloß
später einen Friedensvertrag mit Ägypten, in dem der hethitische Besitzstand in Nordsyrien
anerkannt wurde. Tuthalija IV. konnte Macht und Ansehen des Reiches in mehreren Feldzügen
verteidigen. Unter seinem jüngeren Sohn Suppiluliuma II. begann sich die Völkerverschiebung
abzuzeichnen, die um 1200 v.Chr. den Zusammenbruch des hethitischen Reichs verursachte.
Die Traditionen der Hethiter lebten bis zur Eroberung durch die Assyrer im 8. Jhd. v.Chr. fort. Die
indoeuropäische Sprache der Hethiter wurde mit akkadischer Keilschrift auf Tontafeln geschrieben.
Daneben gab es eine von den Hethitern erfundene Bilderschrift (hethitische Hieroglyphen), die vor allem
für monumentale Inschriften auf Stein verwendet wurde. Die hethitische Götterwelt ist
vielgestaltig; neben den einheimischen Gottheiten wurden die Götter der eroberten Städte und
Landschaften verehrt.

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