Taj Mahal, Indien

HomeTaj Mahal, Indien
zurück


Im Jahre 1629 starb die Frau des indischen Großmoguls Schah Jahan, als sie ihm das 14. Kind gebar. Arjumand Banu, auch Mumtaz Mahal genannt, war damals 36 Jahre alt und 17 Jahre verheiratet. Mit ihr verlor der Monarch nicht nur seine geliebte Frau, sondern auch eine kluge politische Beraterin. Es wird berichtet, daß er 2 Jahre um sie getrauert habe, nach anderen Erzählungen wurde sein Haar weiß vor Schmerz. Jahan gelobte ein Grabmal zu bauen, daß dem Andenken seiner Frau würdig sei, etwas außergewöhnliches, dem nichts in der Welt gleichen sollte und er schuf es mit dem Taj Mahal.
Der Herrscher bewunderte den 1651 fertig gestellten Bau am liebsten von der Flußseite aus. Der links und rechts von einer Moschee aus rotem Sandstein eingerahmte Prunkbau im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh wurde zum märchenhaften Symbol für den indischen Subkontinent. Heute betritt man den Taj Mahal durch ein wuchtiges Portal aus rotem Sandstein und Marmor, das mit eleganten Arabesken verziert ist. 22 nebeneinander gereihte Kuppeln versinnbildlichen die Zahl der Jahre, die für seine Fertigstellung benötigt wurden. Möglicherweise bestand der Taj Mahal schon im 14. Jhd. als Palast, der während Jahans Regierungszeit lediglich zum Mausoleum umgebaut wurde.

Um den "zu Stein gewordenen Seufzer" zu verwirklichen wurden die geschicktesten Handwerker aufgeboten. Unter der Leitung türkischer Ingenieure, persischer Kalligraphen und Gartenbaumeistern aus dem Kaschmir, arbeiteten ca. 20000 Menschen an dem Bauwerk. Die Scheinkuppel des Hauptgebäudes erreicht 59m und auch für die 40m hohen Minarette an den vier Ecken, nutzte man Marmor aus den Steinbrüchen bei Makrana in Rajasthan. Für die Dekoration verpflichtete der Großmogul den Venezianer Geronimo Veroneo und den Franzosen Austin de Bordeaux. Als besondere Meisterleistung gilt das schwierige Rippenzwickelwerk, dank dessen der schwierige Übergang vom eckigen Grundriß zur Rundkuppel elegant gelöst wurde.
Darunter im Zentralbau fanden Mumtaz Mahal und ihr Gemahl ihre letzte Ruhestätte. Die durch ein filigranes Marmorgitter verzierten Sarkophage die heute zu sehen sind, sind allerdings Nachbildungen, die echten befinden sich unterhalb der Zenotaphe in einer Gruft. Während der Bauzeit wurde der künstlerische Geschmack des Herrschers zum Gesetz. Neben Koranschriften, floralen Reliefs und Zickzackbändern, schufen die Handwerker mit Diamanten, Granat, Türkis, Saphir und Onyx an den Mauern Blüten und Pflanzenmotive in allen denkbaren Nuancen. Die Einlegearbeiten, für die bis zu 60 Halbedelsteine verwendet wurden, setzten die Handwerker so exakt zusammen, daß ohne Hilfsmittel keine Bruchnaht sichtbar ist.

Unterhalb des Eingangstores führt ein Kanal zum zentralen Portal, dessen Umrisse sich in der Wasserfläche spiegeln und der 18 Hektar große Garten ist mit seinen Zypressen, Teichen und Zierkanälen eine Vision des göttlichen Paradieses. Dank dieser Anlage erscheint der Taj Mahal dem Besucher zu jeder Tageszeit anders. Die günstigsten Lichtverhältnisse herrschen nachmittags und bei Vollmond, dann kommen die Proportionen der einzelnen Gebäude und auch die Detailarbeiten besonders zur Geltung.

Der Legende nach beabsichtigte Schah Jahan den Bau einer zweiten Anlage aus schwarzem Marmor auf der anderen Seite des Yamuna-Flußes. Doch die Pläne für sein eigenes Grabmal konnte er nicht mehr umsetzen, er wurde 1658 von seinem eigenen Sohn Aurangzeb gestürzt und bis zu seinem Tode, 9 Jahre später, im extern Roten Fort unter Hausarrest gestellt. Die Ausgaben für die "Krone des Palastes" hatten das nordindische Königreich an den Rand des Bankrotts gebracht. [sh]

^

[ Download | Links | Site Map | Quellen ]

[ eMail | Suche | RSS ]

Lichtblicke

URL: http://www.raetsel-der-menschheit.de/forgot/taj_mahal.htm