Stonehenge, England

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Es sieht aus, als haben Riesen versucht, sich aus tonnenschweren Felsen einen ungeheuren Tempel zu bauen, seien aber damit nicht ganz fertig geworden. Nun stehen die Riesensteine in der flachen Heidelandschaft der südenglischen Grafschaft Wiltshire, nur wenige Kilometer nördlich der Stadt Salisbury, in geheimnisvoller Runde und lassen den Betrachter raten, was es eigentlich mit ihnen auf sich hat. Gewiss ist nur eines, Stonehenge (hängende Steine), wie diese Stätte genannt wird, stellt das bedeutendste prähistorische Bauwerk Europas dar.
Durch Untersuchungen mit der Radiokarbon-Methode wurden mehrere Bauphasen festgestellt, die erste etwa um 3100 v.Chr., als ein kreisförmiger Graben entstand. Außerhalb des Grabens befand sich der sogenannte Friar's Heelstone und innerhalb ein Ring von Mulden, in denen zu gewissen Zeiten die Überreste eingeäscherter Leichen aufbewahrt waren. Als um 2100 v.Chr. die Siedler der Becherkultur nach Südengland kamen, wurde der Eingangsbereich der Kultstätte umgestaltet. Der Felsenkreis wurde mit einem magischen Zirkel aus blauen Kupfervitriolsteinen eingefriedet. Unter Ausnutzung von Meeres- und Flußströmung wurden die tonnenschweren Steine herangeschleppt, die in Form zweier Steinkreise innerhalb eines Erdwalls aufgestellt wurden. Aus unbekannten Gründen wurden die Bauarbeiten aber unterbrochen.
In der Frühbronzezeit, bis etwa 2000 v.Chr. wurde der Bau mit ungeheurem Material- und Arbeitskräfteeinsatz fortgesetzt. Die bis zu 50t schweren Sand- steinblöcke (sarsens) wurden aus dem 35km nordöstlich gelegenen Marlborough Downs heran- geschafft.Sie wurden von einigen hundert Männern mit riesigen Schlitten auf Rollbahnen mittels Kuhhaarseilen und Lederriemen gezogen. Diese fügte man am Heiligtum mit weiteren Decksteinen zu gewaltigen Trilith- konstruktionen zusammen. Sämtliche Steine sind sehr sorgfältig bearbeitet. Die Decksteine erhielten beispielsweise eine leichte Krümmung und Löcher, sowie Nut- und Federverbindungen, um sie in die Zapfen der Tragsteine einzupassenund mit den Ecksteinen zu verkeilen.

Das Zentrum des Heiligtums markierten einst fünf torartige Trilithe von 6 - 7m Höhe in einer hufeisenförmigen Anordnung. Diese waren von einem 4,5m hohen Steinring aus 30 mit Deckplatten verbundenen Sandsteinmonolithen von je 25t Gewicht umgeben. Erst gegen 1500 v.Chr. erhielt Stonehenge seine heutige Gestalt, als in das Innere ein Zentralaltar gesetzt wurde, um den einzelne Steine zu einer weiteren Hufeisenform arrangiert wurden.

Warum die Menschen in der Vorzeit mit so gewaltigem Aufwand diese Kultstätte errichteten, ist bis heute ein Geheimnis geblieben. Archäologen vertreten verschiedene Thesen über ihren Sinn und Zweck. Sie reichen von einem religiösen Zentrum des Sonnekultes, aufgrund der exakten Ausrichtung der Anlage nach der Sommer- und Wintersonnenwende, über einen "Steinzeitcomputer" zur Berechnung und Beobachtung astronomischer Phänomene, bis zu einem geheimnisvollen Kraftlinien- und Energiezentrum. Eine Verbindung zum Druidenkult ist allerdings nicht belegbar, zumal die keltischen Priester erst 1000 Jahre nach Stonehenges Errichtung in die Gegend kamen.
Am einleuchtendsten erscheint ein Zusammenhang von Totenkult und Sonnenverehrung, wenn man die Sakralanlage mit der Sonnenform in Verbindung bringt, als uraltes Symbol für den Untergang und die Auferstehung. Wahrscheinlich werden wir Stonehenge nie vollständig verstehen, doch für die Atmosphäre und die Schönheit dieses Monuments spielt das kaum eine Rolle. Unbestreitbar ist, von den rund tausend sogenannten Megalithbauten, die in Europa in Form von Steinkreisen, Menhiren und Dolmengräbern Jahrtausende überstanden, wird Stonehenge wohl das geheimnisvollste bleiben.

Weitere Steinkreise:

Carnac, Bretagne
Callanish, Schottland
Filitosa, Korsika
Ring of Brogar, Orkney Islands

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Lichtblicke

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