Machu Picchu

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Im Jahre 1911 entdeckte der Amerikaner Hiram Bingham auf einem Gebirgssattel, 400m über dem Rio Urubamba, eine Stadt von der er glaubte sie sei das sagenhafte Vilcabamba.
Dort verschanzte sich 1536 ein Teil der aufständischen Inkas, nachdem die spanischen Truppen unter Francisco Pizarro den letzten Inkakönig aus der Haupt- stadt Cusco verjagt hatten. Generationen von Abenteurern suchten in der Folgezeit die Stadt die zu einer Legende wie El Dorado wurde. Doch Binghams Triumph war nur von kurzer Dauer, in der Nähe wurde eine zweite Stadt entdeckt, doch auch dort wurde nichts von den sagenhaften Goldschätzen gefunden. Da man der Stadt keinen bekannten Namen zuordnen konnte, benannte man sie nach dem benachbarten Berg: Machu Picchu, der alte Gipfel. Auf einem schwer zugänglichen Bergkamm der Anden befindet sich hier ein auf 5 km² Fläche angelegtes Wohngebiet, an drei Seiten vom Rio Urubamba umflossen, wird die vierte Seite durch den kleineren Bergkegel des Huayana Picchu geschützt. Spanische Eroberer setzten nie einen Fuß in diese Stadt. Vermutlich war der im 15. Jhd. erbaute und bereits 1534 wieder aufgegebene Ort, vorübergehend ein wissenschaft- liches und geistiges Zentrum des Inkareiches.
Nach den neuesten Erkenntnissen war es eine Besitzung des neunten Inka-Herrschers Pachacuti. Es haben wohl nie mehr als 1000 Menschen in Machu Picchu gelebt und den Skelettfunden zu Folge war der weibliche Anteil der Bevölkerung 10 mal höher als der männliche. Dies spricht für die These, daß Machu Picchu eine besondere Rolle im Sonnenkult spielte und die Gebeine vermutlich von "Sonnenjungfrauen" stammen.
Eine eigenartig geformte Steinskulptur, der Intihuatana, "der Ort an dem die Sonne angebunden wird", diente wohl als Observa- torium, wo man den Sonnenstand berechnen konnte. Vom aus Sonnenturm wurden die Gestirne beobachtet. Das hufeisenförmige Gebäude besitzt Fenster durch die zur Wintersonnenwende die Sonnenstrahlen fallen. Man weiß auch das es ein Inka-Sonnenfest gab, das Inti Raymi, welches zur Sommer- und Wintersonnenwende gefeiert wurde. Neben zeremoniellen Gebäuden gab es Gärten, Terrassen, Paläste, Wasserkanäle, Brunnen und Bäder. Die Bewohner pflanzten auf den verschieden hoch liegenden Terrassen Mais, Kartoffeln und Gemüse an. Dafür mußte zunächst das felsige Plateau eingeebnet werden, die Terrassen dafür wurden direkt aus dem Fels geschlagen, mit fruchtbarem Boden aus dem Flußtal aufgefüllt und gegen Erosion geschützt. Die unbekannten Baumeister errichteten auch 200 Wohnstätten, die dank der trapezförmigen Bauweise auch Erdbeben unbeschadet überstanden. Ohne Mörtel verlegte man beim Bau weiße Granitblöcke, die sorgfältig behauen und nahtlos aneinander gefügt wurden, so daß die Fugen kaum zu erkennen sind. Die Stützwände der Terrassen erreichen bis zu 45° Neigung, sie gleichen einem Mosaik und wurden ebenfalls ohne Mörtel errichtet.
Der dicht am Abgrund stehende "El Torreón", ein Rundbau, diente als Mausoleum der Könige. Während das höherliegende Tempelviertel den Priestern vorbehalten war, lebten Herrscher und Gefolge an den anderen Flanken des Felssattels. Ebenfalls vorhanden sind Unterkünfte für Handwerker, Wohnstätten des niederen Volkes, selbst ein Gefängnis. Weshalb Machu Picchu so plötzlich verlassen wurde ist nicht bekannt, möglicherweise wurde das Heiligtum im Zuge eines Bürgerkrieges geschändet. Was auch immer Machu Picchu gewesen sein mag, es war vom Symbolismus durchdrungen und ist nicht durch reines Nützlichkeitsdenken zu erklären.  [sh]

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